Ein Jahr in drei Tagen

 

Es menschelt an der Ostsee

Schon nach den ersten Seiten war ich begeistert von der Protagonistin und der Art, wie sie ihre Geschichte erzählt.

Sehr tragisch die Sache mit der Schwangerschaft und Lauras Reaktion im Landhaus, als sie ihr Zimmer bezieht. Ein toller Kontrast zu dieser verletzen Seite ist Lauras Stutenbissigkeit, als die rothaarige Frau auftaucht. Ich freute mich sehr darauf zu erfahren, wie es mit den Figuren weitergehen wird, was für eine Rolle das ältere Ehepaar einnimmt und ob die Irin und Simon …?

Anfangs dachte ich, es ginge um ein Krimiwochenende und das Private zwischen Laura und Simon sei die Nebengeschichte. Dann hat sich das aber langsam gedreht. Der Konflikt der beiden, ihre Trauer, die Schuldgefühle, die Entfremdung standen nun im Mittelpunkt und mir war es auf einmal total egal, wer, wie, warum Tante Martha um die Ecke gebracht hatte, weil ich wissen wollte, wie es mit Laura und ihrem Mann weitergeht.

Yvonne Kaeding hat mit Fantasie und Feingefühl aus zwei trauernden und gekränkten Menschen wieder ein Ehepaar werden lassen. Die Handlung wird durch sympathische und, für einen Krimi notwendig, undurchsichtige Charaktere vorangetrieben. Gespräche und Gedanken der Protagonistin sind lebensecht und nachvollziehbar - man leidet und fühlt mit ihr. Mir hat sehr gut gefallen, wie sich am Ende alles klärt. (Crey)